Lizenzen, Ausbildungen und Studiengänge in der Fitnessbranche – Ein objektiver Überblick

Diplom-Sportwissenschaftler, Master-Personal-Trainer, Ernährungstrainer, zertifizierter Athletenbetreuer, Fitness- und Gesundheitstrainer, Fachtrainer für Sportrehabilitation, Rückgrat-Trainer, Rücken-Reha-Trainer, Wellness-Trainer,….. bitte was? Und was kann der Trainer nun damit?

Eine beispielhafte Liste von Trainer-Qualifikation

Blicken Sie bei diesen Qualifikationen/Ausbildungen/Lizenzen/Studien….

  • Diplom-Sportwissenschaftler
  • Master Personal Trainer
  • Athletik- und Konditionstrainer
  • zert. Athletenbetreuer
  • Leistungsdiagnostiker
  • Power Rücken Coach
  • Ernährungstrainer
  • Fitness- und Gesundheitstrainer
  • Fachtrainer für Sportrehabilitation
  • Power Plate Personal Trainer
  • Miha Bodytec Trainer
  • 4D Pro Instructor
  • TRX Suspension Trainer
  • I.C.E Premium Instructor
  • Fitessökonom
  • Bachelor in Fitnesstraining
  • Bachelor in Sportökonomie
  • Bachelor in Ernährungsberatung
  • Bachelor in Gesundheitsmanagement
  • Rückenschullehrer
  • C-Lizenz-Trainer
  • B-Lizenz-Trainer
  • A-Lizenz-Trainer
  • Personal-Trainer
  • Trainer für Muskellängenwachstum (was bitte nochmal?)
  • Rückgrat-Trainer
  • Rücken-Reha-Trainer
  • Sport-Reha-Trainer
  • Ernährungstrainer
  • Wellness-Trainer

noch durch?

Wissen Sie, was ein Rückgrat-Trainer alles so kann? Oder ein Wellness-Trainer? Oder ein Rückenschullehrer? Nein? Ich auch nicht. Um ehrlich zu sein, weiß das keiner so genau. Ein Sportwissenschaftsstudium lässt zumindest mal erahnen, dass man mehrere Semester Sport an einer staatlichen Uni studiert haben muss. Aber wissen Sie, was man als Sportstudent in Bezug auf Krafttraining so lernt? Können Sie sich vorstellen, dass ein Sportstudium das Höchste aller Ausbildungen im Fitnessbereich ist? Klingt eigentlich logisch. Wieso hat dann jedoch Matthias noch zusätzlich beim Dr.Gottlob-Institut den Master-Personal-Trainer gemacht? Ein Sportstudium als Magister abgeschlossen müsste doch reichen, um professionell im Krafttrainingsbereich zu coachen. Wenn das aber nicht reicht, was kann denn dann bitte ein C-Lizenz-Trainer, der an einem Wochenende diese Lizenz absolviert? Oder ein B-Lizenz-Trainer (Ausbildungsdauer: 10 Tage, wovon aber nicht 10 Tage gelehrt wird, sondern man sich mehr als 50% des Stoffs zu Hause per Selbststudium aneignen muss und kaum praktisch – in Form von Übungen – geübt wird) ? Fitnessstudios stellen jemanden ab der C-Lizenz ein. Dieser betreut aktiv die Kunden auf der Trainingsfläche und hat auch Termine (Trainingsplanerstellung). Vielleicht erstellt der C (oderB-)-Lizenz-Trainer sogar Ihnen einen Trainingsplan. Zuvor hat Ihnen der Verkäufer, bei dem Sie einen 24-Monats-Vertrag abgeschlossen haben, erzählt, wie hochqualifiziert die Mitarbeiter sind. Dass Sie wunderbar betreut und definitiv Ihre Ziele erreichen werden. Was soll er auch sonst sagen? Kein Fitnessstudio der Welt wird Ihnen objektiv erzählen, dass ein Trainer besser oder schlechter ist. Alle sind gleich. Also heißt das für Sie: Auf gut Glück in den Trainingsplan-Termin und hoffen, dass Sie einen wirklich guten Trainer erwischen. Aber wer ist denn gut? Und woran erkennen Sie das? Mehr dazu in einem kommenden Artikel.

Ich komme mal nun auf die einzelnen Lizenzen, Ausbildungen und Studiengänge zu sprechen.

Überblick über die gängigsten Ausbildungen/Lizenzen/Studiengänge

1. Diplom-Sportwissenschaft – 8 Semester, ca. 4 Jahre – fundiertes Wissen über diverse Sportarten (Individual- und Mannschaftssportarten), Trainingslehre, Vermittlung von Fertigkeiten, Einführung in Fachstrukturen, spezielle Bewegungs­lehre, Analyse spezieller Bewegungsstrukturen, spezielle Trainingslehre, didak­tisch-methodische Konzepte der Sportarten, Sicherheitsmaßnahmen, Regelwerk, Fachsprache, Freizeitsport, Leistungssport, Präventions- und Rehabilitationssport, Sportökonomie.

Kommentar: Viel theoretisches Wissen rund um den Sport (inkl. Biomechanik und Physik). Wenig BWL. Praxissemester kommen hier natürlich auch noch dazu. Ein typisches Studium.

2. Studiengänge wie „Fitnessökonomie, Fitnesstraining, Sportökonomie, etc.“ – siehe Bild:

Studiengänge an der DHFPG Saarbrücken

Quelle: Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement

Hier können Sie auch sehen, wofür die Studiengänge eigentlich gedacht sind. Nämlich zur Führung! Und nicht um den Körper eines Menschen auf Vordermann zu bringen.

Kommentar: In vielen Fitnessstudios werden Trainer, die eins der Studiengänge belegen, auf die Kunden losgelassen. Ihnen muss bewusst sein, dass man in diesen Studien nicht für die Trainingsfläche, etc. ausgebildet wird! Hier wird also viel Schindluder getrieben. Denn Sie denken mit Sicherheit, dass der vor Ihnen stehenden Student (oder Absolvent) Ahnung haben muss – er studiert ja schließlich oder hat es. Absolut fatal, wenn es Ihnen um Ihre Gesundheit geht! Denn wie wir alle wissen, kann Krafttraining bei dauerhaft falscher Ausführung absolut schädlich sein!

Noch eins: Ein Bachelor-Studiengang der o.g. Studiengänge geht ca. 3 Jahre. In diesen 3 Jahren sind die Studenten ca. 100 (!!!!!) Tage an der Uni, den Rest in der Firma (es sind duale Studiengänge – also kommt es darauf an, wie qualifiziert die Kollegen in der Firma sind). Von diesen 100 Tagen (nochmal viele Ausrufezeichen) lernen die Studenten ca 60% davon BWL. Keine Trainingslehre, keine Anatomie, keine Biomechanik und keine Physik. Das ist Wahnsinn oder?

3. C-,B-,A-Lizenz-Trainer (diverse Akademien) – siehe Tabelle:

C-Lizenz Dauer: 2 Tage, ein bisschen Theorie und kaum Praxis (vielleicht 6 Übungen – je nach Referent!)
B-Lizenz Dauer: 10 Tage, mittelmäßige Theorie und kaum Praxis (vielleicht 15 Übungen – je nach Referent!)
A-Lizenz bzw. Personal-Trainer-Lizenz Dauer: 6 Tage, mittelmäßige Theorie und kaum Praxis (vielleicht 20 Übungen – je nach Referent!), Praxis eher in Form von Massage (ja, man wird hier in Massage geschult)

Kommentar: Kosten von ca 3000 €, mittelmäßige Theorie (das heißt: nicht umfassend), keine Biomechanik, keine Physik! Ein Mangel an Kenntnisse über Biomechanik und Theorie lässt den einen Trainer diese Aussage und den anderen Trainer eine andere Aussage tätigen. Sie kennen das doch bestimmt: der eine Trainer sagt das und der andere das. Das dürfte es nicht geben! Es gibt nur EINE richtige Ausführung einer Übung. Last wirkt auf den Körper und muss richtig abgeleitet werden. Punkt. Ich mochte nie Mathematik, aber was ich verstanden habe war, dass es nur ein richtig oder falsch gibt. Wie in Physik auch. Und das ist bei Krafttrainingsübungen eben genauso der Fall.

4. Ausbildungen Dr. Gottlob-Institut

Ihr wisst ja, dass wir davon wirklich überzeugt sind. Daher muss ich jetzt nicht die ganzen positiven Aspekte hervorheben. Ich möchte euch hiermit nur das wichtigste mitteilen:

„Dr. Axel Gottlob, Jahrgang 1960, studierte Physik und Jura und beendete 1990 sein Maschinenbaustudium an der Universität Stuttgart mit dem Diplom Ingenieur (Schwerpunkt Biomedizinische Technik und Biomechanik). Nach Arbeiten im Bereich der Ergonomie und Arbeitsphysiologie am Fraunhofer Institut spezialisierte er sich auf Biomechanik. 2002 schloss Gottlob seine Promotion in Sportwissenschaft zum Dr. phil. an der Universität Heidelberg mit magna cum laude ab.

Die Familie Gottlob ist nunmehr seit 50 Jahren in der Fitnessbranche ohne Unterbrechung tätig (Vater Peter Gottlob eröffnete 1959 sein erstes Sportstudio). Bereits mit 15 Jahren leitete Axel Gottlob Fitnessmitglieder an und war viele Jahre lang erfolgreicher Trainer und später Anlagenleiter. Nach 7 Jahren Leistungssport wurde er 1982 Deutscher Meister im Bodybuilding; er war sowohl Klassen- als auch Gesamtsieger und mit 22 Jahren einer der jüngsten Sieger in den Männerklassen überhaupt.

Seit 1982 forscht und entwickelt er im Bereich professioneller Trainingsmaschinen (4 Patente, Erfinder der Multi Motion Technologie) und differenzierter Übungsabläufe. So war Gottlob mit seinem damaligen FamilienunternehmenGalaxy Sport, bis zu dessen Verkauf 1992, einer der führenden Anbieter professioneller Trainingsgeräte in Europa und Japan. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Vertriebsleiter und Geschäftsführer, einer psychologischen Ausbildung in den USA und einer einjährigen EU-Managementausbildung in Japan, spezialisierte er sich neben Krafttraining auf Motivationstrainings und auf kundenorientierte Unternehmensführung.

Seit 1997 ist er Dozent am Sportwissenschaftlichen Institut der Universität Heidelberg und seit 2009 auch am Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft der Universität Stuttgart. Gottlob ist der Entwickler des Differenzierten Krafttrainings. Er setzte die Puzzleteile der wirbelsäulenstabilisierenden Systeme zusammen und führte u.a. neue Übungsbewertungen wie z.B. die Zwangslagenanalyse oder das Kraftflussprinzip ein.

Als Fachbuchautor, Kolumnist einer Fachzeitschrift und Prüfer von professionellen Trainingsgeräten liefert er regelmäßig ganz wesentliche Beiträge für die Fitnessbranche und die Therapie. Auf Kongressen begeistert er seit 20 Jahren sein Publikum. Mit seiner Fachkompetenz und seinen kritischen, hinterfragenden und neuen Ansätzen gilt er seit vielen Jahren als einer der führenden Krafttrainings- und Rückenexperten im deutschsprachigen Raum.

Er schult Fitnessanlagen, Vereine und therapeutische Einrichtungen, betreut Reha- und Top-Sportler und berät Firmen in Fragen der Gesundheitsvorsorge. Im Dr. Gottlob INSTITUT bildet er seit 1993 Trainer und Therapeuten auf höchstem Niveau zu Master Trainern, Master Personal Trainern und in differenzierter Trainingstherapie aus.“

Kommentar: Wir haben ebenfalls schon diverse Lizenzen gemacht und können daher auch darüber urteilen. Falls sich jemand im Fitnessbereich fortbilden möchte: Bitte verschwendet kein Geld und erst Recht keine wertvolle Zeit und investiert gleich in die Ausbildungen bei Herrn Gottlob. Theoretisch 1A und wirklich praxiserprobt. Plus: Axel Gottlob referiert immer selbst und lässt nicht referieren. Das heißt: die Qualität ist nie eine andere. Plusplus: am Ende gibt es eine wirkliche Prüfung und zwar nach Uni-Regularien (Theorie und Praxis).

Fazit und Anmerkung

Ich möchte hiermit keinen Trainer persönlich angreifen und hoffe, Euch einen wirklich guten Überblick über die gängigsten Ausbildungen gegeben zu haben.

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Danke für Eure Aufmerksamkeit!

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