Calisthenics – eine Bewegung auf Vormarsch in Deutschland

„Crossfit“ und „Functional Training“ sind mittlerweile Begriffe, die den meisten Leuten bekannt sind. Solche Fitnessbewegungen gibt es immer wieder. Die nächste in dieser Reihe präsentiert sich unter dem Namen „Calisthenics“ und steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen.

Calisthenics (auch Street-Workout oder Ghetto-Workout genannt) ist – allgemein formuliert – ein Training mit dem eigenen Körpergewicht.

Im Speziellen bezeichnet es Bewegungsabläufe bzw. „Figuren“, die im ersten Moment an Turnelemente erinnern, jedoch durch Kraftelemente erweitert wurden und stetig neue Ergänzungen erfahren (z.B. durch Figuren aus dem Breakdance, Parkour etc.).

Obwohl die Grundform dieser „Bewegung“ bereits in der Antike zu finden ist, erlebte diese Art des Trainings und körperlichen Ausdrucks erst Anfang des 21. Jahrhunderts seinen wirklichen Aufschwung, angefangen in den USA. Die dort vorhandenen Parks mit ihren Sportgeräten (Klimmzugstangen, Bars („Barren“) etc.) ermöglichten es jedem zu trainieren und kreativ zu sein, ohne ein Fitnessstudio aufsuchen zu müssen. Eben lediglich mit dem eigenen Körpergewicht. Insbesondere in New York entwickelte sich dieses Street-Workout zum Kult und wurde durch die Welt des Internets international bekannt. Die teilweise spektakulär anzusehenden und beeindruckenden Übungen lösten einen regelrechten Boom aus, seit 2011 werden auch Weltmeisterschaften ausgetragen. Auch in Deutschland finden seit 2013 immer mehr Menschen Gefallen an dieser Form des Trainings mit dem eigenen Körpergewicht.

Zu den Calisthenics-Übungen / Figuren zählen beispielsweise Muscle-Ups, Human Flag, Klimmzüge in allen Variationen, Liegestütze in allen Variationen, Planches („Stützwaage“ / (Liege-)Stütz nur auf den Händen), Dips, Leg Raises, Front Lever („Hangwaage“ vorwärts), Back Lever („Hangwaage“ rückwärts) uvm..

Einschätzung von CAPECS, Personal-Trainer Heidelberg

Für bereits trainierte und krafttrainings-erfahrene Sportler sind Calisthenics-Übungen bzw. Figuren definitiv eine reizvolle Herausforderung. Variabilität im Training ist wichtig und hier bietet diese Form mit den unterschiedlich wählbaren Abstufungen und Schwierigkeitsstufen eine gute Möglichkeit für eine Erweiterung des individuellen Leistungspotenzials. Besonders positive Effekte liegen hier auch im Bereich der Motivation – wer bereits gute Verbesserungen in Sachen Kraft und Leistung erzielen konnte und im Kopf ein wenig „müde“ wird, der wird hierdurch einen neuen Antrieb in Sachen Trainingsmotivation verspüren!

Obwohl die Grundformen im Bereich Calisthenics für fast jedermann im Schwierigkeitsgrad variierbar sind (wie z.B. Liegestütze, Klimmzüge (mit Unterstützung)), stellen die meisten Figuren und Formen für Anfänger eine zu hohe Belastung für Sehnen, Muskeln und Gelenkstrukturen dar (abgesehen von der Kraft und Koordination). Hier wäre es notwendig, zur Vorbereitung ein angemessen dosiertes, differenziertes und vollamplitudiges Krafttraining zu absolvieren mit ständiger Steigerung der Gewichte bis hin zu maximalen Lasten, um späteren Verletzungen beim Calisthenics-Training vorzubeugen. Beim Training des Erlernens solcher Übungen sollte zudem das Trainingsvolumen zu Beginn nicht zu hoch gewählt werden, um die Gelenkstrukturen nicht zu überlasten und dem zentralen Nervensystem Gelegenheit zur Regeneration zu geben.

Das Körpergefühl, die Beweglichkeit und Stabilität werden bei Calisthenics zwar gefördert und können ausgebaut werden, jedoch setzen bis auf wenige Ausnahmen die meisten Formen und Übungen ein grundlegendes Körpergefühl, sowie eine grundlegende Beweglichkeit und Stabilität bereits voraus. Kann man dies jedoch bereits vorweisen, so wird man viel Spaß – wenn auch anfangs ein wenig Frust – dabei haben! 🙂

Lesen Sie hier auch unseren Artikel allgemein zum Training mit dem eigenen Körpergewicht!

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